Barrierefreies Hören

Die Arbeitskreise Barrierefreies Hören und  Barrierefreies Hören in kirchlichen Räumen  treffen sich 3 bis 4 mal im Jahr im David-Wengert-Haus des Schwerhörigenvereins  zu gemeinsamen Sitzungen, um Konzepte für die Verwirklichung der Barrierefreiheit auch für uns  Hörbehinderte zu erarbeiten und um Aktionen und Maßnahmen für die Umsetzung dieser Konzepte im Raum Stuttgart und Umgebung zu planen und durchzuführen.

Die Bezeichnung „barrierefrei“ ist im Behindertengleichstellungsgesetz, § 4 genau definiert: „Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen sowie andere gestaltete Lebensbereiche, wenn sie für behinderte Menschen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind.“
Von den unterschiedlichen Arten der Barrieren sind dabei für uns Schwerhörige die auditiven bzw. sensorischen Barrieren von Bedeutung. In der neuen DIN- Norm 18040 -1 für öffentliche Gebäude zum barrierefreien Bauen wird sie nun berücksichtigt im Gegensatz zur  alten DIN- Norm 18024. Näheres steht hierzu  beispielsweise in den Flyern  „Kommunikationsbrücken für barrierefreies Hören“ und „Hören im Störschall“.  Auch auf den Webseiten des Schwerhörigennetzes  des DSB gibt es viele Informationen hierzu.

Die Umsetzung der Barrierefreiheit ist eine harte vielschichtige Arbeit, die ein hohes Durchhaltevermögen gegen mannigfache Widerstände,  Ignoranz und Trägheit  bei den für die Neu- und Umbauten verantwortlichen Personen und bei den Institutionen und Verwaltungen verschiedener öffentlicher Körperschaften erfordert.

Zwar hat der Anspruch auf Barrierefreiheit  durch das Behindertengleichgestellungsgesetz und durch das Gesetz zu dem Übereinkommen der Vereinten Nationen  über die Rechte von Menschen mit Behinderungen  einen beträchtlichen Schub an rechtlicher und moralischer Unterstützung erlangt, dennoch gebietet es der gesunde Realitätssinn, angesichts begrenzter finanzieller Ressourcen gut geplante Prioritäten zu setzen und sich nicht in überzogenen Erwartungen zu verzetteln. Durch eine gezielte Bündelung unserer Forderungen, Wünsche und Appelle lassen sich unsere Ziele zum Abbau der auditiven Barrieren wirksamer verwirklichen.

Dabei sind wir auch auf die Mithilfe und Unterstützung möglichst vieler Hörbehinderter aus unseren Gruppen und Kreisen und auch guthörender Förderer angewiesen. In unserem Arbeitskreis  sind weitere sachkundige Mitarbeiter/innen gerne willkommen und wir freuen uns über jeden förderlichen Hinweis auf geplante Neu- und Umbauten von öffentlichen Einrichtungen und auch auf  bereits installierte Höranlagen. Eventuell bestehenden Mängeln werden wir mit Rat und Tat nachgehen und uns um deren Beseitigung sobald und soweit wie möglich bemühen.

Aber auch jede/r einzelne Hörbehinderte  kann für sich etwas tun  und dazu beitragen, dass sie/er bestmöglichen Nutzen zieht aus den Möglichkeiten, die die induktive Ringschleife und die T- Spule bieten. Dazu gehört unbedingt auch, beim Test und bei der Anpassung der Hörgeräte und Sprachprozessoren von Anfang an darauf zu achten, dass die vorhandenen Einstellmöglichkeiten für einen möglichst guten induktiven Empfang voll genutzt und ausgereizt werden. Unter den Auswahlkriterien beim Kauf eines Hörsystems sollte eine optimale Ausstattung und Einstellung für ein gutes induktives Hören mit die entscheidende Rolle spielen. Da leider nicht alle Hörgeräteakustiker/innen  hier den Kunden richtig beraten und die nötige Sorgfalt bei der Anpassung walten lassen, muss notfalls der Kunde bzw. die Kundin selbst aktiv werden, um seine/ihre  Ziele zu erreichen.

 

Ulrich Strobel

Kontakt: E- Mail:  barrierefreies-hoeren@schwerhoerigenverein-stuttgart.de

 

Listen der Höranlagen:

Liste der Höranlagen in Kirchen in Stuttgart und Umgebung, Stand: 20.10.2016

Liste der Höranlagen in öffentlichen Einrichtungen in Stuttgart und Umgebung, Stand: 20.10.2016

Liste der Höranlagen in Stuttgart und Umgebung, Stand: 28.05.2016